In unserem Alltag wechseln sich Gebet, Apostolat, hauswirtschaftliche Tätigkeit und Erholung ab. Ein strukturiertes Gebetsleben hilft uns, die innere Ausrichtung selbst in den Aufgaben des Alltags nicht zu verlieren und unsere persönliche Beziehung zum Herrn ständig zu vertiefen.

Das Gebet nimmt im Leben jedes Ordenschristen eine zentrale Stellung ein, auch in unserer Gemeinschaft.

Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht (Joh 15,5)!

Die Verbundenheit mit dem Herrn durch die Feier der Eucharistie, durch Anbetung, Rosenkranz und durch das persönliches Gebet befähigt uns zur Liebe und zum Dienst an den Menschen, die unsere Hilfe benötigen.
An erster Stelle steht die tägliche Heilige Messe als Quelle und Höhepunkt jeden Tages. Gemeinsam verrichten die Schwestern und Brüder für das Leben aber auch das Stundengebet (Laudes, Vesper, Komplet). Die Stundenliturgie ist nach alter christlicher Überlieferung so aufgebaut, dass der gesamte Ablauf des Tages geweiht und geheiligt wird. Nach der Lehre der Kirche setzt Christus hier seine priesterliche Aufgabe durch seine Kirche fort: Sie lobt den Herrn ohne Unterlass und tritt für das Heil der Welt ein.

Für alle Mitglieder unserer Gemeinschaft sind die Aufopferungsgebete (nach Barbara Weigand) am Morgen und Abend verpflichtend. Darin wird täglich unsere Ganzhingabe an Jesus durch Maria vollzogen, all unser Beten und Wirken zur größeren Ehre und Lobe Gottes und zum Heil der Seelen.

 

Aufopferungsgebet am Morgen

O Jesus, du Bräutigam meiner Seele, ich opfere dir beim Beginn dieses Tages alle Leiden und Widerwärtigkeiten auf, die mir bei Ausübung meiner Standes- und Berufspflichten begegnen werden. In Vereinigung mit dir will ich heute wieder das Kreuz meines Berufes tragen, gleich wie du dein schweres Kreuz den Kalvarienberg hinauf getragen hast und ich verspreche dir, mit deiner Gnade auszuharren in diesem meinen Berufe bis zum letzten Atemzuge meines Lebens. Lass nie mehr zu, dass ich etwas anderes begehre, als eine Braut des Gekreuzigten zu sein. Um diese Gnade bitte ich auch für alle verfolgten und hart bedrängten Christen (Anm.: im Original heißt es Priester und Ordensleute), die um ihres Glaubens und Berufes willen so vieles Leiden müssen. Indem ich mich mit ihnen verbinde, bitte und beschwöre ich dich, uns als Liebesopfer (Anm.: im Original heißt es „Schlachtopfer“) hinzunehmen, dass wir uns selbst ganz vergessen, unsere Fehler zu bessern und abzulegen suchen und uns einsetzen für die sündige Menschheit, auf dass bald werde eine Herde und Hirte.

 

Aufopferungsgebet am Abend

Lieber, heiliger Schutzengel, nimm mein armseliges Gebet und Tagewerk und trage es in die Hände der lieben Mutter Gottes. Dich aber, o liebe Mutter, bitte ich, du wollest alles, was mangelt ersetzen und es in dem Kostbaren Blute Jesu reinigen und vervollkommnen. Mache es auch vollwertig aus dem unendlichen Wert der Heiligen fünf Wunden und Deiner Verdienste und Tugenden. Vereinige es mit den Gebeten und Werken aller Heiligen des Himmels und aller Frommen und Gerechten auf Erden und opfere es so dem himmlischen Vater auf für die Anliegen der Heiligen Kirche, besonders des Heiligen Vaters, für die Bekehrung der Sünder, besonders derer, die heute sterben, zum Trost der Armen Seelen, für meine Anliegen und das Wohl aller meiner lieben Angehörigen. Amen

Nihil obstat. Jos. Hutter, Censor eccl. No. 728 Eccl. Imprimatur.Tridenti, die 6. Aprilis 1914. Eug. Mattevi, Vic.glis. Imprimatur. Monachii, die 29. Maji 1914. Neudecker, Vic. Gen